Dieter Braeg „Wilder Streik – das ist Revolution“

Wilder StreikSamstag 9. November, 17:30 Uhr
AU, 1160, Brunneng. 76

Dieter Braeg „Wilder Streik – das ist Revolution“
Der Streik der Arbeiterinnen bei Pierburg in Neuss 1973. Mit Film.

diebuchmacherei.de

„Der Kampf ist mehr als Geschichte“
Vom 13. bis 17. August des Jahres 1973 legten bis 2.000 Arbeiter_innen in der Firma Pierburg in Neuss ohne gewerkschaftliche Unterstützung die Arbeit nieder. Als „wilder“ Streik war dies nach bundesdeutschem Recht ein krimineller Akt. Für die migrantischen Arbeiterinnen, die den Streik initiierten, war es hingegen der einzige Weg, die ihnen vorenthaltenen Rechte einzufordern und gegen eine doppelte Lohndiskriminierung als Frauen und Migrantinnen zu protestierten. Die kompromisslose Haltung des autoritär-patriarchalen Unternehmers Alfred Pierburg und das brutale Vorgehen der Polizei gegen die streikenden Frauen konnten nicht verhindern, dass er zu einem der erfolgreichsten Streiks der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte wurde – nicht nur, weil innerhalb von fünf Tagen nahezu alle Forderungen durchgesetzt werden konnten. Das eigentlich Bemerkenswerte war die übergreifende Solidarisierung innerhalb der Belegschaft, die sich zu 70 % aus migrantischen und zu 30 % aus deutschen Arbeitern und vor allem Arbeiterinnen zusammensetzte. Der Streik bei Pierburg wurde zu einem international bekannten Symbol der Solidarität als Basis für einen erfolgreichen Arbeitskampf, geriet jedoch im Zuge voranschreitender Neoliberalisierung in Vergessenheit.

Das Wissen um den Streik bei Pierburg wieder in Erinnerung zu bringen, macht die große Bedeutung der von Dieter Braeg herausgegebenen Materialien-Sammlung aus. (aus: analyse & kritik)

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